Montag, 7. September 2015

Welcome little Fragley



Am Dienstag kam Sister Pamela mit einer Neuigkeit zu uns.
Das Waisenhaus hat einen Neuzugang.
Ein kleiner schüchterner Junge befand sich im Babyzimmer, weinend und völlig hilflos. Sofort schlossen wir den kleinen Wicht in unser Herz. Wir erfuhren, dass er noch keinen Vornamen hat und Sister Pamela gab uns die Ehre ihm einen auszusuchen.
Die Namen Petra und Nicole fielen leider raus, für Tim sah er zu gut aus, also fiel unsere Entscheidung auf Fragley. Die Schwestern mögen den Namen, tun sich jedoch noch etwas schwer mit der Aussprache.
Fragley hat sich zu unserem Erstaunen relativ schnell an sein neues Zuhause gewöhnt und grinst zufrieden.



Zusammen mit Fragley wohnen jetzt von ein paar Monate alten bis zu 18 jährigen, 118 wundervolle Rotzlöffel hier im Waisenhaus.

Dienstag, 1. September 2015

fette news!

Urlaub ist fix! Am 28.12 geht es für 12 Tage ans Meer.

Wer ein bisschen neidisch werden möchte, darf anschauen wie wir Silvester feiern und sich durch die Seite klicken.
Es geht nach Kilifi, an die Küste nördlich von Mombasa.

Liebe Grüße
die drei Kenyabackpackers


Back to rainforest🌲

Den Nachmittag haben wir letzten Dienstag mit einem großen Spaziergang im Regenwald - welcher problemlos zu Fuß erreichbar ist - verbracht.
Gemeinsam mit Chris aus Wien und zwei Einheimische, Ewans und Innocent, liefen wir entlang des Waldrandes durch die Feldlandschaft,denn wir mussten weit genug vom offiziellen Eingangstor weg sein um unbeachtet in den Wald zu gehen, damit wir nicht die stark überteuerten Eintrittsgebühren von 2€ für Einheimische und 6€ für Ausländer bezahlen müssen.
Während wir also zunächst durch die Felder und Buschwiesen gingen, lief uns zwischendurch eine kleine Gruppe mit Jungs hinterher. Als wir mal durch einen Viehweidezaun schlüpfen mussten, sagten diese zu uns, sie haben Wächter uns verfolgen sehen. Innocent, welcher sich hier im Regenwald bestens auskennt, hat nur ein bisschen gelacht, konnte es sich kaum vorstellen, aber wir liefern  dennoch zu Sicherheit einen Bogen, damit sie uns nicht weiter verfolgen können.
Nach einem Weg entlang an Lehmhütten und Maisfelden liefen wir über ein großes Teefeld um dann in den Regenwald zu gehen. Als wir nur noch ca. 200m davon entfernt waren, entdeckte Innocent 3 Wachen am Waldrand entlang laufen. Wir hielten inne und setzen uns hin, damit sie uns nicht entdecken.
Als sie vorbei waren konnten wir dann endlich rein. Und plötzlich bist du mitten im Regenwald. Einzigartige äffchen (Wikilink) springen von Baum zu Baum, Pflanzen die wir nur aus dem Topf kennen wachsen hier massenweise und wir pflückten Guaven und aßen sie.
Gegen Ende sind wir einen langen geraden weg entlang gelaufen. Gelaufen und gelaufen. Und dann kamen drei Wächter vorne um die Ecke gebogen und liefen direkt auf uns zu. Wären wir alle einheimische gewesen, hätte es vermutlich kein Problem gegeben. Doch da wir durch die andere Hautfarbe klar als Ausländer auffallen, hielten sie uns an und fragten, ob wir die Eintrittsgebühren gezahlt hätten. Wir natürlich ganz unschuldig, fragten was wir jetzt machen sollen, da wir nicht bezahlt haben. Die 3 Wächter schauen sich etwas ratlos an bis der eine meint er rufe mal seinen Chef an, was der dazu meint. Die anderen haben ihn davon aber abgeraten. Ein Anderer schlug vor, soe bringen uns zum Wachhaus und wir bezahlen da plus Strafe. Aber auch davon wurde diesem von den anderen abgeraten. Also diskutierten sie weiter, natürlich auf Kiswahili, wir  haben also kein Wort verstanden. Nach einem ausgiebigen Gespräch - wir warteten bereits eine viertel Stunde - ließen sie durch Innocent verlauten, wir sollten ihnen einfach 3000 Schilling, also ca. 30€ geben und wir sollten versprechen, dass wir nächstes mal bezahlen.
Leider bzw. eher zum Glück hatten wir gar nicht so viel Geld. Wir zählten all unser Geld zusammen und kamen auf 1300 Schilling. Innocent begann darauf hin mit ihnen eine weitere Gesprächsrunde, dass wir nicht mehr Geld haben, dass es uns sehr leid tut und das ihm als einheimischer natürlich klar ist, das die Kenianer "proud of our visitors" sind und diese auf jeden Fall beschützt werden müssen. Das Gespräch ging dann nochmal einige Minuten, bis sie dann beschlossen, das ihnen das Geld auch genügt.
Also gaben wir ihnen die 1300 Schilling gegeben und wir konnten nach fast einer halben Stunde weiter gehen.
Wären wir offiziell zum Eingang rein gegangen hätten wir zu fünft 2200 Schilling gezahlt, so haben wir uns 900 Schilling also 9€ gespart.
So haben wir bei einem eigentlich ruhigen Spaziergang doch wieder eine typisch afrikanische Erfahrung gewonnen.





Liebe Grüße
Tim

One big family! 💞



































2 Wochen Mbita 💗



Die letzten zwei Wochen hab ich mich alleine ins Abenteuer Afrika gestürzt.
Es hat schon mit der Hinreise angefangen, bei der ich im völlig überhitzten und überfüllten Matatu von Kisumu nach Luanda zur Fähre anstatt eine Stunde drei Stunden gefahren bin und ich einfach nicht wusste wo ich bin und wo ich raus musste, weil natürlich auch niemand mit mir geredet hat. Die große Fähre hab ich dann natürlich verpasst und musste mit einem kleinen Fischerbötchen rüber nach Mbita fahren, ich war Gott froh als ich endlich alles hinter mir hatte und mich in meinem Zimmer ausbreiten konnte.
Am Montag musste ich mich erstmal darum kümmern wie ich an etwas zu essen komme, die anfängliche Überlegung selber zu kochen musste ich leider relativ schnell vergraben, weil mir der Gaspreis für die zwei Wochen zu teuer war uns es sich auch nicht wirklich gelohnt hätte. Im Endeffekt hat sich dann Susan, die Sekretärin vom icipe bereit erklärt mein Engel zu spielen und mich bei ihr essen zu lassen. In den zwei Wochen die wir immer zusammen gegessen und gekocht haben ist sie eine gute Freundin und Ansprechpartnerin in allen Situationen für mich geworden, sie hat mir immer geholfen wenn der Plan fürs Praktikum mal nicht so gelaufen ist wie er sollte und sie hat mir sogar Nachhilfe im kenianisch kochen gegeben, sie hat mir nämlich gezeigt wie man Chapatis macht. In der zweiten Woche kannte ich mich dann schon so gut in ihrer kleinen Küche aus, dass ich zusammen mit Annika, einer deutschen Studentin, in ihrer Küche gekocht hab.

Das icipe ist ein Forschungsinstitut, dass auf natürlichem Weg versucht die Probleme, wie schlechte Ernteerträge aufgrund des Maizünslers, zu lösen, da die vielen Pestizide zu teuer für die kleinen Farmer sind. In der Feldstation in Mbita gibt es zwei Hauptzweige, einmal die Push-Pull Forschung und einmal die Malaria Forschung.
In der Malaria Forschung gibt’s viele kleine und größere Projekte die versuchen die Anzahl der Mosquitos zu senken und so die Krankheit Malaria zu kontrollieren, da Malaria von Mosquitos übertragen wird.
Push-Pull ist eine entwickelte Technologie, um den Maiszünsler vom den Maispflanzen fern zu halten, da dieser die Pflanzen zerstört. Dafür werden zwei Pflanzen benötigt, einmal das Napier Gras, welches drum herum als Grenze gepflanzt wird, um die Maiszünsler anzuziehen und das Desmodium Gras, welches zwischen die Reihen gepflanzt wird, um die Insekten wegzustoßen. Natürlich gibt’s auch hier verschiedene Projekte und ich war ca. eine Woche in der Malaria und eine in der Push-Pull Forschung.

Das Praktikum an sich war eine mega Erfahrung und ich bin so froh, dass ich diese Chance bekommen hab. In deutschen Laboren würde es einem nie passieren, dass man z.B. gerade dabei ist irgendwas abzuwiegen und plötzlich der Strom ausfällt und man nochmal von vorne anfangen darf wie es mir in einem der ersten Tage ging.
In der zweiten Woche bin ich mit dem Solar-Mal Team nach Rusinga Island, eine kleine Insel neben Mbita, gefahren, um ein paar Traps gegen Mosquitos an den Häusern anzubringen und auf der Fahrt hab ich mich so heimisch gefühlt, weil die Kenianer einfach immer lauter werden wenn sie anfangen zu diskutieren und das hat mich so ein unsere Familienfeste daheim erinnert. Der Ausflug war jedoch eine sehr gute Abwechslung, um mal raus aus dem icipe-Gelände zu kommen und noch ein bisschen die Gegend zu sehen.
Wirklich Zeit um Langeweile zu haben hatte ich nicht. Ich bin morgens aufgestanden zu Susan frühstücken gegangen und anschließend in die Abteilung die eben an dem Tag auf dem Plan stand. Nach der Arbeit bin ich in mein Zimmer und hab meistens noch an meinem Praktikumsbericht geschrieben bis ich Susan zum Abendessen abgeholt hab und nach dem Abendessen war dann auch schon wieder Zeit zum Schlafen gehen.
Ich hab so viele neue Leute kennen gelernt, die dazu beigetragen haben, dass es eine unvergessliche Zeit für mich war und die Projektabschlussparty am letzten Freitag war dann der perfekte Abschluss für mich. 

Meine Heimreise war besser als die Hinreise, da ich mit ein paar Mitarbeiter vom icipe gereist bin und daher nicht alleine reisen musste.
Seit Samstagnachmittag bin ich jetzt wieder zurück in Kakamega und ich muss zugeben, ich musste mich wieder daran gewöhnen hier zu sein, aber die dummen Sprüche von Nicole und Tim haben es mir leichter gemacht mich hier wieder einzugewöhnen.

Hier noch ein paar kleine Einblicke:






Liebe Grüße
Petra 💕