Dienstag, 1. September 2015

fette news!

Urlaub ist fix! Am 28.12 geht es für 12 Tage ans Meer.

Wer ein bisschen neidisch werden möchte, darf anschauen wie wir Silvester feiern und sich durch die Seite klicken.
Es geht nach Kilifi, an die Küste nördlich von Mombasa.

Liebe Grüße
die drei Kenyabackpackers


Back to rainforest🌲

Den Nachmittag haben wir letzten Dienstag mit einem großen Spaziergang im Regenwald - welcher problemlos zu Fuß erreichbar ist - verbracht.
Gemeinsam mit Chris aus Wien und zwei Einheimische, Ewans und Innocent, liefen wir entlang des Waldrandes durch die Feldlandschaft,denn wir mussten weit genug vom offiziellen Eingangstor weg sein um unbeachtet in den Wald zu gehen, damit wir nicht die stark überteuerten Eintrittsgebühren von 2€ für Einheimische und 6€ für Ausländer bezahlen müssen.
Während wir also zunächst durch die Felder und Buschwiesen gingen, lief uns zwischendurch eine kleine Gruppe mit Jungs hinterher. Als wir mal durch einen Viehweidezaun schlüpfen mussten, sagten diese zu uns, sie haben Wächter uns verfolgen sehen. Innocent, welcher sich hier im Regenwald bestens auskennt, hat nur ein bisschen gelacht, konnte es sich kaum vorstellen, aber wir liefern  dennoch zu Sicherheit einen Bogen, damit sie uns nicht weiter verfolgen können.
Nach einem Weg entlang an Lehmhütten und Maisfelden liefen wir über ein großes Teefeld um dann in den Regenwald zu gehen. Als wir nur noch ca. 200m davon entfernt waren, entdeckte Innocent 3 Wachen am Waldrand entlang laufen. Wir hielten inne und setzen uns hin, damit sie uns nicht entdecken.
Als sie vorbei waren konnten wir dann endlich rein. Und plötzlich bist du mitten im Regenwald. Einzigartige äffchen (Wikilink) springen von Baum zu Baum, Pflanzen die wir nur aus dem Topf kennen wachsen hier massenweise und wir pflückten Guaven und aßen sie.
Gegen Ende sind wir einen langen geraden weg entlang gelaufen. Gelaufen und gelaufen. Und dann kamen drei Wächter vorne um die Ecke gebogen und liefen direkt auf uns zu. Wären wir alle einheimische gewesen, hätte es vermutlich kein Problem gegeben. Doch da wir durch die andere Hautfarbe klar als Ausländer auffallen, hielten sie uns an und fragten, ob wir die Eintrittsgebühren gezahlt hätten. Wir natürlich ganz unschuldig, fragten was wir jetzt machen sollen, da wir nicht bezahlt haben. Die 3 Wächter schauen sich etwas ratlos an bis der eine meint er rufe mal seinen Chef an, was der dazu meint. Die anderen haben ihn davon aber abgeraten. Ein Anderer schlug vor, soe bringen uns zum Wachhaus und wir bezahlen da plus Strafe. Aber auch davon wurde diesem von den anderen abgeraten. Also diskutierten sie weiter, natürlich auf Kiswahili, wir  haben also kein Wort verstanden. Nach einem ausgiebigen Gespräch - wir warteten bereits eine viertel Stunde - ließen sie durch Innocent verlauten, wir sollten ihnen einfach 3000 Schilling, also ca. 30€ geben und wir sollten versprechen, dass wir nächstes mal bezahlen.
Leider bzw. eher zum Glück hatten wir gar nicht so viel Geld. Wir zählten all unser Geld zusammen und kamen auf 1300 Schilling. Innocent begann darauf hin mit ihnen eine weitere Gesprächsrunde, dass wir nicht mehr Geld haben, dass es uns sehr leid tut und das ihm als einheimischer natürlich klar ist, das die Kenianer "proud of our visitors" sind und diese auf jeden Fall beschützt werden müssen. Das Gespräch ging dann nochmal einige Minuten, bis sie dann beschlossen, das ihnen das Geld auch genügt.
Also gaben wir ihnen die 1300 Schilling gegeben und wir konnten nach fast einer halben Stunde weiter gehen.
Wären wir offiziell zum Eingang rein gegangen hätten wir zu fünft 2200 Schilling gezahlt, so haben wir uns 900 Schilling also 9€ gespart.
So haben wir bei einem eigentlich ruhigen Spaziergang doch wieder eine typisch afrikanische Erfahrung gewonnen.





Liebe Grüße
Tim

One big family! 💞



































2 Wochen Mbita 💗



Die letzten zwei Wochen hab ich mich alleine ins Abenteuer Afrika gestürzt.
Es hat schon mit der Hinreise angefangen, bei der ich im völlig überhitzten und überfüllten Matatu von Kisumu nach Luanda zur Fähre anstatt eine Stunde drei Stunden gefahren bin und ich einfach nicht wusste wo ich bin und wo ich raus musste, weil natürlich auch niemand mit mir geredet hat. Die große Fähre hab ich dann natürlich verpasst und musste mit einem kleinen Fischerbötchen rüber nach Mbita fahren, ich war Gott froh als ich endlich alles hinter mir hatte und mich in meinem Zimmer ausbreiten konnte.
Am Montag musste ich mich erstmal darum kümmern wie ich an etwas zu essen komme, die anfängliche Überlegung selber zu kochen musste ich leider relativ schnell vergraben, weil mir der Gaspreis für die zwei Wochen zu teuer war uns es sich auch nicht wirklich gelohnt hätte. Im Endeffekt hat sich dann Susan, die Sekretärin vom icipe bereit erklärt mein Engel zu spielen und mich bei ihr essen zu lassen. In den zwei Wochen die wir immer zusammen gegessen und gekocht haben ist sie eine gute Freundin und Ansprechpartnerin in allen Situationen für mich geworden, sie hat mir immer geholfen wenn der Plan fürs Praktikum mal nicht so gelaufen ist wie er sollte und sie hat mir sogar Nachhilfe im kenianisch kochen gegeben, sie hat mir nämlich gezeigt wie man Chapatis macht. In der zweiten Woche kannte ich mich dann schon so gut in ihrer kleinen Küche aus, dass ich zusammen mit Annika, einer deutschen Studentin, in ihrer Küche gekocht hab.

Das icipe ist ein Forschungsinstitut, dass auf natürlichem Weg versucht die Probleme, wie schlechte Ernteerträge aufgrund des Maizünslers, zu lösen, da die vielen Pestizide zu teuer für die kleinen Farmer sind. In der Feldstation in Mbita gibt es zwei Hauptzweige, einmal die Push-Pull Forschung und einmal die Malaria Forschung.
In der Malaria Forschung gibt’s viele kleine und größere Projekte die versuchen die Anzahl der Mosquitos zu senken und so die Krankheit Malaria zu kontrollieren, da Malaria von Mosquitos übertragen wird.
Push-Pull ist eine entwickelte Technologie, um den Maiszünsler vom den Maispflanzen fern zu halten, da dieser die Pflanzen zerstört. Dafür werden zwei Pflanzen benötigt, einmal das Napier Gras, welches drum herum als Grenze gepflanzt wird, um die Maiszünsler anzuziehen und das Desmodium Gras, welches zwischen die Reihen gepflanzt wird, um die Insekten wegzustoßen. Natürlich gibt’s auch hier verschiedene Projekte und ich war ca. eine Woche in der Malaria und eine in der Push-Pull Forschung.

Das Praktikum an sich war eine mega Erfahrung und ich bin so froh, dass ich diese Chance bekommen hab. In deutschen Laboren würde es einem nie passieren, dass man z.B. gerade dabei ist irgendwas abzuwiegen und plötzlich der Strom ausfällt und man nochmal von vorne anfangen darf wie es mir in einem der ersten Tage ging.
In der zweiten Woche bin ich mit dem Solar-Mal Team nach Rusinga Island, eine kleine Insel neben Mbita, gefahren, um ein paar Traps gegen Mosquitos an den Häusern anzubringen und auf der Fahrt hab ich mich so heimisch gefühlt, weil die Kenianer einfach immer lauter werden wenn sie anfangen zu diskutieren und das hat mich so ein unsere Familienfeste daheim erinnert. Der Ausflug war jedoch eine sehr gute Abwechslung, um mal raus aus dem icipe-Gelände zu kommen und noch ein bisschen die Gegend zu sehen.
Wirklich Zeit um Langeweile zu haben hatte ich nicht. Ich bin morgens aufgestanden zu Susan frühstücken gegangen und anschließend in die Abteilung die eben an dem Tag auf dem Plan stand. Nach der Arbeit bin ich in mein Zimmer und hab meistens noch an meinem Praktikumsbericht geschrieben bis ich Susan zum Abendessen abgeholt hab und nach dem Abendessen war dann auch schon wieder Zeit zum Schlafen gehen.
Ich hab so viele neue Leute kennen gelernt, die dazu beigetragen haben, dass es eine unvergessliche Zeit für mich war und die Projektabschlussparty am letzten Freitag war dann der perfekte Abschluss für mich. 

Meine Heimreise war besser als die Hinreise, da ich mit ein paar Mitarbeiter vom icipe gereist bin und daher nicht alleine reisen musste.
Seit Samstagnachmittag bin ich jetzt wieder zurück in Kakamega und ich muss zugeben, ich musste mich wieder daran gewöhnen hier zu sein, aber die dummen Sprüche von Nicole und Tim haben es mir leichter gemacht mich hier wieder einzugewöhnen.

Hier noch ein paar kleine Einblicke:






Liebe Grüße
Petra 💕

Mittwoch, 19. August 2015

Pole Pole

Wie beschreibt man eigentlich die afrikanische Mentalität?
Auch wenn wir jetzt schon über einem Monat auf dem unbekannten Kontinent verweilen kann ich es nicht in Worte fassen.
Nur eines bemerkt man als Europäer sofort: Ohne Geduld kommt man nicht weit. Eine Frage kann 3 mal gestellt werden, mit einer halben Antwort kann man sich schon glücklich schätzen. Da kauft man sich ein Ticket für den Pool, setzt zum reinspringen an und in diesem Moment wird dir bedauerlicherweiße berichtet, dass man ihn heute nicht mehr betreten darf. "Sparkling water" ist ein Fremdwort und die Nudeln isst man hier wohl gerne breigekocht, also kann man in Ruhe überlegen, wo denn das Sieb zum abgießen sein könnte.
Über Fehler wird nicht geredet, sie werden verdrängt. Das macht es für uns nicht einfach, unsere Motivation in Taten umzuwandeln. Positiv lässt sich werten, dass wirklich kein Kenianer in irgendeiner Hinsicht nachtragend ist.
Auf der Straße ruft es von allen Seiten "Muzungu". Dass wir anders aussehen und die Leute fasziniert sind, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt.
"Pole Pole", das bedeutet langsam und nach diesem Motto leben hier einfach alle. Ein bisschen mehr Geduld habe ich ja schon bekommen, aber ich glaube auch nach einem halben Jahr muss man nicht wirklich alles verstehen, sondern es einfach so hinnehmen wie es ist.
Liebe Grüße Nicole 💕

Wolkenbruch

Wir machten uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zum einkaufen, denn unser Trinkwasser ist restlos aufgebraucht. Außerdem möchten wir einige Lebensmittel zum kochen einkaufen. Wir betreten den Einkaufsladen und gucken uns bisschen um was es so alles zu kaufen gibt. Plötzlich fängt es draußen an zu regnen. Aber nicht ein bisschen sondern gleich wie aus Kübeln. Dazu noch stärkerer Wind. Die Tore des Supermarkts werden geschlossen und keiner kommt mehr raus doch niemand beschwert sich. Somit hat es sich für uns natürlich auch erledigt und wir beschlossen ein Schokocrossaint zu verspeisen und diesen Beitrag zu verfassen.Stromausfall gibt's wie immer gratis dazu: die Beleuchtung erlischt für einige Sekunden.
Ein Tor ist zwar wieder auf, doch die gesamte Masse tummelt sich an der Kasse - seelenruhig, keiner macht den Anschein sich bewegen zu wollen.

Liebe Grüße Nicole und Tim

Dienstag, 18. August 2015

Ein wundervoller Tag

Heute gibt es wieder einiges zu Berichten. Heute morgen haben wir dabei geholfen, die Babys und Kleinkinder zu waschen. Ich muss sagen ein Traum! Kann ich nur empfehlen. Nicole und ich durften die Kleinen ausziehen und nach dem Waschen abtrocknen, mit Babyfett einreiben, pudern und Nicole hat sich auch gegönnt, den Babys die Windeln anzuziehen. Diese sind hier einfach alte Handtücher die elegant um den Unterleib gewickelt werden.
Doch zuvor gab es Frühstück für den Jungnachwuchs. Für jeden reichlich Tee und eine Scheibe ungetoasteten Toast. Nicole hatte eines der Babys auf dem Arm, dieses bedankte sich auch umgehend dafür indem es die komplette Mahlzeit bereitwillig auf ihrem T-Shirt präsentierte. Also ging sich Nicole nach nur 10 Minuten erst einmal umziehen.
Nun war das Frühstück vorbei und die Waschstraße wurde eröffnet. Brav werden nach und nach die Kinder von den Stühlen auf die Ablage neben der Waschwanne gesetzt, wo wir sie von ihren Kleidern befreien durften. Beim ersten Kind hatte ich echt Glück. Ohne Probleme konnte ich es mit Leichtigkeit waschbereit machen. Nicole hatte leider nicht das nötige Glück. Das Kind, das sie entwickelt hatte, versprühte schon von weitem einen ordentlich würzigen Duft. Und Tatsache: alles voll verschissen. Gut, ehrlich zugegeben, danach hatte ich auch kein Glück mehr.
Nachdem die Säuglinge gewaschen wurden, legten wir sie in die Kinderbetten, denn der Tag war bis jetzt ja schon ordentlich anstrengend, da kann man sich schon mal ein kleines Nickerchen leisten. Als alle gereinigt waren, kam eine Frau und Sister Pamela ins Zimmer. In der Hand hielt die Dame eingewickelt einen ganz jungen Säugling. Wie wir erfahren haben ist das Kind heute morgen erst auf die Welt gekommen und wurde wegen Inzest abgestoßen. Das war zugegeben ein sehr emotionaler Moment. Zum einen hat man sich sehr gefreut einen Neugeborenen zu sehen, aber auf der anderen Seite auch total krass so was mit zu erleben und realisieren zu müssen, dass das Kind eigentlich eine Familie hätte, die es aber nicht möchte und deswegen das Kind jetzt ohne Eltern im Waisenhaus aufwachsen muss.
Im Anschluss haben wir ein Memory aus deutschen und englischen Wörtern gemacht, welches wir am Nachmittag mit einigen der Größeren gespielt haben, denn sie haben uns darum gebeten, ihnen etwas deutsch bei zubringen. Wir verstehen zwar nicht warum, aber sie verwechseln german ständig mit japanese.
Am Abend bin ich joggen gegangen, da ich stark den Drang danach verspürt habe. Das konnte ich dann auch geschickt damit verknüpfen, die Stadt bisschen kennen zulernen. Dachte ich zumindest. Zum Tor raus, die Straße nach links los gelaufen, wurde ich nach nicht einmal 100 Metern angesprochen, wo ich denn Hinrenne. Im vorbeilaufen habe ich gesagt, ich mache einfach Sport und versuche mich in der Stadt zurecht zufinden. Nach weiteren 200m hat die Straße nach einer Kurve an einer Schranke geendet, also habe ich wieder umgedreht. Natürlich bin ich dann auch wieder an der Frau vorbei gekommen. Und wieder hat sie mich angesprochen, also habe ich dieses Mal angehalten. So haben wir uns dann erstmal eine Viertelstunde unterhalten, bis ich dann abbiegen wollte, da ich mir noch den Weg zur Sulumeti Girls High School, an der wir ab September deutsch unterrichten werden, anschauen wollte.
Dann konnte ich auch endlich anfangen zu joggen. Zuerst war es eine geteerte Straße, dann ein Straße aus Erde und vielen Steinen, als ich an der Schule vorbei war, waren es nur noch Dreckwege und zwischendurch grob gekieste Wege, aber nicht weiters schlimm. Das tollste aber ist, dass sich jeder darüber freut, wenn ein Weißer vorbei kommt. Von überall hört man Kinder "Muzungu" rufen und einfach jeder spricht einen an und fragt: "How are you?" Immer wieder sind auch Gruppen von Kindern einige Meter mit mir mitgerannt.
Gegen Ende, als ich fast wieder im Ort war, habe ich dann nochmal mein volles Talent raushängen lassen. Der Weg war bestückt mit  passionsfruchgroßen Kieselsteinen und ich habe nicht genau auf den Boden geschaut. Dieses Missgeschick habe ich mir sofort bestraft indem ich dem Boden plötzlich ganz nahe gekommen bin. Fett gestolpert! Beide Hände und ein Knie aufgeschürft, aber ich will kein Drama daraus machen, war auch weiters gar nicht schlimm, außer dass nur wenige Meter vor mir um die 15 Kinder standen die mein Kunststück natürlich live mitbekommen haben und als Dankeschön alle gelacht haben. Ich, ganz souverän, bin an ihnen vorbeigejoggt, als wäre nicht passiert. Aber zugeben ein bisschen peinlich fühlt es sich in diesem Moment schon an.
Als ich zurück gekommen bin und fertig geduscht war, wollte ich Nicole aufsuchen, doch sie war nicht in ihrem Zimmer. Jedoch wusste ich, sie wollte auch Sport machen. Also bin ich zur Spielwiese gelaufen und sehe dort Nicole mit etwa 20 Kindern rennen, dehnen sehr viel Spaß haben.
Als es langsam Schlafenszeit wurde,lockten uns der Klang von Trommeln in den Innenhof der Schlafsäle. Dort fanden wir drei Jungs auf dem Boden sitzen die im Rhythmus auf Plastikeimern trommelten und alle Anderen von klein bis groß gesungen und getanzt haben.

Liebe Grüße
Tim